Mutige Vermieter gesucht

adding1Anke Rommel hat sich mit ihrer Plattform a-dding ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie will den berüchtigten Berliner Leerstand, über den so gerne geschimpft wird, konstruktiv bekämpfen. a-dding vermittelt leerstehende Ladenlokale an Künstler und Kleinstunternehmer, die diese gegen Bezahlung der Betriebskosten nutzen können, bis ein langfristiger Mieter gefunden ist.


Seit 2007 lebt die gelernte Architektin im Wedding: „Der Leerstand hier ging mir schon immer auf den Keks.“  Doch anstatt nur zu meckern, entwickelte Rommel ein Konzept, das Zwischenmietern, Vermietern und Nachbarn zugute kommt. Konkret funktioniert das so: Eine Ladenfläche, für die ein neuer Mieter gesucht wird, wird über a-dding an einen oder mehrere Zwischenmieter vermittelt. Diese nutzen die Räumlichkeiten für den Zeitraum des Leerstands – etwa für den Verkauf regionaler oder selbstgemachter Produkte, für Lesungen, Ausstellungen, als Infobüro oder Atelier.

Der Vorteil für die „Gäste“ ist klar: Selbstständige und Start-ups, die noch nicht in der Lage sind, dauerhaft einen Laden anzumieten, bekommen auf diese Weise die Möglichkeit, im Stil eines Pop-up-Shops erste Erfahrungen zu sammeln und wichtige Kundenkontakte zu knüpfen. In Kooperation mit lokalen Musikern und Künstlern finden in den Räumlichkeiten auch Veranstaltungen statt, von denen die Nachbarn des Ladens profitieren. Außerdem werden so neue Leute in den Kiez gelockt. Die Läden werden belebt, gelüftet und sauber gehalten. Zusätzlich wirken die Räumlichkeiten für mögliche Interessenten attraktiver.

Die Gäste bieten an, diese Interessenten auch selbst zu betreuen und können aus erster Hand über ihre Erfahrungen mit Lage und Laufkundschaft berichten. Anke Rommel hat von Immobilienmaklern schon viel Lob für ihre Idee bekommen. Die potentiellen Mieter können die Ladenfläche so in Aktion erleben und sie sich für ihr eigenes Projekt besser vorstellen. Die Erfahrung bei einem a-dding-Projekt in der Transvaalstraße zeigte, dass selbst Vandalismus mit der Belebung der Immobilie deutlich nachlässt.

Trotzdem haben nur wenige Vermieter den Mut, ihre Immobilie über die Plattform zur Zwischenmietung anzubieten. Angesichts der vielen Vorteile kann Anke Rommel diese Skepsis nicht verstehen. Es scheint, als ob viele Vermieter, vor allem große Investoren, einen gewissen Leerstand in ihrem Immobilien-Portfolio fest eingeplant haben und nicht auf eine schnelle Vermittlung beziehungsweise eine Übernahme der Betriebskosten angewiesen sind. Aber das ist zu kurz gedacht: Berlin ist als Stadt deswegen so attraktiv, weil es sich ständig verändert und neu erfindet. Dies passiert aber nicht über große Investitionen, sondern im Kleinen – über mikrowirtschaftliche Projekte wie a-dding.

Weitere Infos gibt es auf der Seite http://www.a-dding.de

Text und Foto: Alexandra Resch

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