Mitmachen geht immer

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Svenja Müller absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ina.Kinder.Garten in der Grüntaler Straße.

Tassen klappern, Stühle werden gerückt, Svenja stellt eine Kanne Tee auf den Tisch: Es ist Frühstückszeit im Ina.Kinder.Garten. Die 19-Jährige ist eine von jährlich 2.000 jungen Menschen in Berlin, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten. Über das Deutsche Rote Kreuz hat sie sich nach dem Abitur um eine Stelle beworben. „Ich wollte nach der Schule nicht direkt ‚irgendeine‘ Ausbildung anfangen, sondern zunächst feststellen, was der beste Weg für mich ist. Der soziale Bereich hat mich für das FSJ interessiert“, so Svenja Müller.


Das Freiwillige Jahr ist für diesen Orientierungswunsch seit nunmehr 50 Jahren eine Möglichkeit für Interessierte bis 27 Jahre, sich im sozialen, ökologischen, politischen oder kulturellen Bereich zu engagieren. In dem Jahr können Freiwillige wertvolle Erfahrungen sammeln, erste Schritte im Berufsalltag gehen und feststellen, wo der Weg hingehen soll. „Dazu ist das Jahr ein guter Start, sich für ehrenamtliche Tätigkeiten zu erwärmen“, so Leopoldine Kawan, FSJ-Projektleiterin beim Deutschen Roten Kreuz. „Es fördert die spätere Bereitschaft zum Engagement.“ Die Tätigkeiten sind begleitender Natur. Im Kindergarten unterstützt Svenja beispielsweise beim Lesen, beim Anziehen oder eben beim Vorbereiten des Frühstücks- oder Mittagstisches.

Mitmachen, Anpacken, sich engagieren, Angebote gibt es reichlich, beim Freiwilligen Sozialen Jahr hört es nicht auf. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist die Gelegenheit für Menschen jeden Alters, sich in den Bereichen Integration, Ökologie, Soziales oder Sport zu engagieren. Der BFD ist der Nachfolger des Zivildienstes, den es seit dem 1. Juli 2011 nicht mehr gibt. Genauso wie beim Freiwilligen Sozialen Jahr dauert ein Einsatz sechs bis maximal 24 Monate. Und genauso können Schulabgänger das Engagement nutzen, um sich für die Zukunft zu orientieren, es ist aber auch eine Gelegenheit für Ältere, sich mit ihrer Lebenserfahrung einzubringen. Die vielen Einsatzstellen lassen sich auf der Webseite des Bundesfreiwilligendienstes finden.

Vollzeitengagement, das ist neben der Arbeit nicht möglich – Mitmachen kennt aber keine Grenzen. Mit etwas weniger Zeitaufwand ist „bürgeraktiv in Berlin“ eine gute Quelle, um ein Projekt zum Anpacken zu finden und vielleicht sogar ein besonderes Talent zu teilen – auch wenn nur einmal im Monat Zeit ist. Der Blick auf die Ehrenamtssuche der Webseite http://www.berlin.de/buergeraktiv bietet Übersetzungsprojekte, ein Verein sucht Kuchenbäcker, ein Fußballnachwuchstrainer ist gefragt. Der Hausbriefkasten informiert ebenfalls: In der kostenlosen Anzeigenzeitung Berliner Woche finden sich aktuelle Möglichkeiten unter „Freiwillige gesucht“, ob für ein paar Stunden pro Woche oder Wochenendaktionen. Mitmachen geht immer!

Weitere Informationen zu den Freiwilligendiensten gibt es im Internet unter www.berlin.de/buergeraktiv und unter www.pro-fsj.de.

Text: Simone Lindow, Foto: Benjamin Renter

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