Alles öko an der Panke?

Am Franzosenbecken/Pankebecken. Foto: D. Hensel

Am Franzosenbecken/Pankebecken. Foto: D. Hensel

Der Verein panke.info bietet Erlebnisführungen am Fluss an. Ein Beitrag aus dem Soldiner „So grün!“ – jetzt auch online.

Wir beginnen den grünen Erlebnisspaziergang im Soldiner Kiez am Franzosenbecken. Das Pankebecken ist ein Naturschutzbiotop und ein kleines Erholungsgebiet für die Anwohner. Doch der ursprüngliche Zweck ist ein anderer: Das Franzosenbecken dient bei Hochwasser als Auffangbecken. Ein Ablauftunnel verbindet die Panke mit dem Becken, in das das Wasser fließen kann.

Unterwegs ein Wort zum Projekt „Panke 2015“. Als erstes gemeinsames Pilotprojekt der Länder Berlin und Brandenburg begannen 2007 die Vorarbeiten für die Entwicklung der Panke von der Quelle bis zur Mündung. Der Plan: Die Panke sollte bis 2015 naturnah umgestaltet werden. Beispielsweise am Franzosenbecken sollten Spazierwege angelegt und Bäume gepflanzt werden. Bei Hochwasser hätten die angelegten Spazierwege und gepflanzten Bäume allerdings unter Wasser gestanden. Soviel zur Renaturierung … Wir spazieren weiter bis zur Brücke Soldiner Straße – herrlich! Hier gibt es alles, was der Naturliebhaber braucht: den Fluß, die Natur, sogar einige Sitzbänke. Die lieben Enten werden gefüttert. Aber Vorsicht! Es sollen ja nur die Enten gefüttert werden. Entsorgte Lebensmittel am Ufer ziehen aber natürlich auch Tiere an, die Krankheiten übertragen können – nämlich Ratten.

Weiter geht unser Spaziergang von der Brücke Soldiner Straße bis zur Brücke an der Gotenburger Straße. Wir betrachten die Tiere an und in der Panke. Aber welche Tiere leben hier eigentlich? Enten, Fischreiher (aber die finden kaum Nahrung), einige sehr kleine Fische. Die Artenvielfalt war früher größer. So war das Neunauge hier vor zirka 150 Jahren heimisch. Es wurde allerdings auch viel gefangen und gern gegessen. Heutzutage gibt es in der Panke keine Neunaugen mehr.

Unser Spaziergang geht in die vorletzte Phase. Von der Brücke an der Gotenburger Straße führt der Weg bis zur Osloer Straße. Für die direkten Anwohner ist das ein Stück Natur pur. Auch für diesen Teil der Panke gab es vom benannten Projekt „Panke 2015“ Pläne. So sollte die Panke hier verbreitert werde – was aus Platzgründen jedoch nur schwer bis gar nicht möglich ist. Eine Alternative zur sogenannten Renaturierung steht auch hier noch aus.

Das letzte Stück des Spazierganges führt bis zum Luisenbad. Das Luisenbad ist wunderschön gelegen mit einer großen Wiese zum Ausruhen. Ein schönes Stück Natur für Kurz- und Langbesucher, auch mit Hund. Die Badstraße ist hier nicht weit entfernt. Für manch einen offenbar leider ideal, um mal kurz – wenn’s keiner sieht – Müll zu entsorgen (oder auch Spritzen). In den toten Arm der Panke steigt sowieso keiner rein, der ist fast immer zugewachsen … Hier endet der Spaziergang entlang des Flusses, der  mitten in der Stadt ganz viel Natur für Tiere und Menschen zu bieten hat. Zum Schluss eine Bitte: Haltet die Panke für Tiere und Menschen sauber!

Autor Tilo Kempfer wohnt an der Grenze des Soldiner Kiezes. Er engagiert sich bei panke.info. Der Verein bietet Führungen an und führt die Panke-Putzen mit Kindergruppen durch. Mehr im Internet unter http://www.panke.info oder auf http://www.facebook.com/panke.info, E-Mail-Kontakt: tilo.kempfer@googlemail.com, Telefon: (01575) 3 57 78 44.

Text: Tilo Kempfer, Foto: Dominique Hensel

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kiezprojekte, Kooperative, Umwelt abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s