Aus dem Kiez für den Kiez

Redaktionssitzung der Bürgerredaktion im Brunnenviertel.

Redaktionssitzung der Bürgerredaktion im Brunnenviertel.

Der Soldiner wird von einer ehrenamtlichen Bürgerredaktion erstellt. In der neuesten Ausgabe wirft die Redaktion einen Blick auf andere ehrenamtliche Redaktionen im Wedding und darüber hinaus. Der Beitrag aus dem Soldiner „Kultur & mehr“ – jetzt online.

Der Soldiner wird seit Anfang 2014 von einer Bürgerredaktion erstellt. Weil das Projekt auch in den kommenden Jahren fortgesetzt und weiterentwickelt werden soll, möchten wir die Diskussion über die Zukunft der Redaktion anstoßen. Doch was genau ist eigentlich eine Bürgerredaktion? Wir haben uns im Wedding, aber auch darüber hinaus Bürgerredaktionen angeschaut. Hier einige Beispiele:

Soldiner_Kultur_CoverSmallSoldiner – Das Magazin vom Kiez an der Panke erscheint seit 2014 vier Mal im Jahr mit einer Auflage von 2000 Stück und jeweils 12 Seiten. Das Magazin ist Ergebnis der Arbeit einer ehrenamtlichen Kiezredaktion. Fast 30 Menschen arbeiten gelegentlich oder regelmäßig in der Redaktion mit. Alle Schreiber und Fotografen wohnen im Soldiner Kiez oder in der Nähe, einige arbeiten bei Vereinen und Institutionen im Kiez. Die Themen wählen die Schreiber aus, in der Themenwahl sind sie frei. Die Redaktion wird von einer Journalistin koordiniert und betreut, sie erstellt auch das Layout. Für ihre Arbeit und die Druckkosten bekommt das Projekt Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“. Es besteht eine Kooperation mit der NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße, wo jede Woche eine Sprechstunde stattfindet. Neuigkeiten gibt es auf dem Redaktionsblog http://www.dersoldiner.wordpress.com.

Im Wedding gibt es drei weitere Bürgerredaktionen, die mit Fördermitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ Kiezmagazine produzieren. Im Quartiersmanagementgebiet Pankstraße erscheint Q_2.0, im Gebiet Sparrplatz der Kiezbote. Beide Redaktionen werden von der Kommunikationsagentur „georg+georg“ begleitet. In Zusammenarbeit mit dem iNTEGRiTUDE e.V. finden Redaktionstreffen und Arbeitsgruppen statt. Die Redaktionen sind ähnlich organisiert wie die des Soldiner, die Arbeit der Schreiber und Fotografen ist ebenfalls ehrenamtlich. Noch ganz neu (und noch namenlos) ist die Kiezzeitung der Bürgerredaktion im Brunnenviertel. Das Projekt startete im Juli. Begleitet wird die bereits bestehende Redaktion aus 20 Schreibern und Fotografen von einer Journalistin, die dabei von einer Gewerbetreibenden aus dem Kiez unterstützt wird. Parallel soll ein Redaktionsblog aufgebaut werden. Das Projekt sieht umfassende journalistische Weiterbildung, Kooperationen und das Akquirieren von Eigenmitteln vor. So soll die Redaktion Strategien entwickeln, um nach dem Ende der Förderung im Dezember 2017 weiterarbeiten zu können.

Die Redaktion des Weddingweiser arbeitet ehrenamtlich, nicht-kommerziell und ohne finanzielle Unterstützung. Der Internetblog wurde 2011 gegründet und versteht sich als hyperlokale Online-Zeitung für Wedding und Gesundbrunnen. Gezeigt werden sollen überwiegend die positiven Entwicklungen im Stadtteil. Bei den regelmäßigen öffentlichen Redaktionsstammtischen können aber auch andere Themen verabredet werden. Die Redaktionsgruppe besteht aus etwa 30 Autoren, das Kernteam besteht aus fünf Redakteuren um Gründer Joachim Faust. Sie betreuen den Blog http://www.weddingweiser.wordpress.com, die dazu gehörige Facebook-Seite und die sehr beliebte Pinnwand. Es gibt viele Kooperationen, unter anderem mit dem City Kino Wedding, Qiez.de und dem Berliner Abendblatt.

Der Strassenfeger ist eine von drei regelmäßig erscheinenden Straßenzeitungen in Berlin. Sie versteht sich als soziales Projekt. Verkauft wird sie in U-Bahnen, vor Supermärkten und auf der Straße von zum großen Teil obdachlosen Menschen, die sich damit Geld verdienen. Die Redaktion besteht aus ehrenamtlichen Schreibern, den Verkäufern wird in jeder Ausgabe Platz eingeräumt. Redaktionssitzungen sind öffentlich. Jede Ausgabe hat ein Titelthema, oft sind es soziale Brennpunktthemen. Für ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen wird in den Texten Partei ergriffen. Der Strassenfeger erschien erstmals im Oktober 1995. Aktuell erscheint die Zeitung in einem Umfang von 32 Seiten 14-täglich mit einer verkauften Auflage von durchschnittlich 21.000 Exemplaren. Ein Strassenfeger kostet 1,50 Euro, 90 Cent davon bekommt der Verkäufer. Die restlichen Einnahmen und die Erlöse des Anzeigenverkaufs stehen für die Produktion der Zeitung zur Verfügung.

Text und Foto: Dominique Hensel

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