Kakadu: Restaurant ohne Koch

Kakadu Restaurant in der Soldiner StraßeWenn Essen die neue Popmusik ist, dann wäre das Restaurant Kakadu in der Soldiner Straße 13 eine unbekannte Indieband. Denn das Konzept Community Kitchen des Kakadu ist noch neu und gewiss nicht Mainstream. Der Kakadu betreibt eine neue, eine unvertraute Art von Restaurant. Wobei vielleicht die Schublade Restaurant bereits falsch ist. Was in dem Laden passieren wird, bestimmen Gäste, Köche, Freunde, Macher.

„Der Begriff Community Kitchen beschreibt eigentlich am besten, was wir machen wollen“, sagt Inhaberin Jessica Schmidt. Sie hat bereits Anfang Februar das Restaurant Kakadu eröffnet. In der Mitte des vorderen Raumes steht ein langer Tisch wie er in vielen WG-Küchen steht. „Auf Partys treffen sich die Leute auch in der Küche“, sagt Jessica Schmidt. Der ungefähre Plan für die Community Kitchen im Kakadu sieht vor, dass der Kakadu eine Art Plattform wird für Leute, die etwas ausprobieren wollen, die nicht gleich einen eigenen Laden eröffnen wollen. Es soll ums Kochen gehen, um gemeinsames Kochen, um Kochen nach Themen, um persönliches Kochen. Konsequent ist deshalb, dass kein Koch fest angestellt ist, der täglich am Herd steht. Zu Veranstaltungen, die das Kakadu-Restaurant selbst organisiert, kommt punktuell ein Koch zum Team dazu.

„Es ist noch alles offen“, sagt Jessica Schmidt. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass sich das Konzept durchsetzt, dass der Gast seinen Koch mitbringt. Wichtig ist Jessica Schmidt der Nachbarschaftsgedanke. Die Gäste, am besten die Nachbarschaft, sollen sich im Kakadu treffen, finden, aber auch wiederfinden. Sie strahlt, als sie sagt: „Hier drin war ja der erste Dönerhersteller in Berlin, Kaplan-Döner. Herr Kaplan wohnt hier im Kiez und hat uns schon besucht, weil er wissen wollte, was nun mit dem Laden passiert.“ Das heißt nicht, dass Jessica Schmidt vorhat, einen Dönerladen oder eine Pizzeria azu eröffnen.

Jessica Schmidt ist ehemalige Handball-Profispielerin, hat Ethnologie studiert und ihre ersten Gastroerfahrungen in der Kugelbahn in der Grüntaler Straße gesammelt. Gestartet hat sie das Kakadu mit Themenabenden. „Wir wollen Essen und Kultur zusammenbringen“, sagt sie. Bei den Themenabenden gab es Filme oder Bands oder Tanz. Fest im Programm ist bisher das Frühstück am Wochenende. Wobei die Betonung nicht auf „früh“ liegt. Sonnabend und Sonntag ist von 9 bis neuerdings 24 Uhr geöffnet. Fest steht auch, so erklärt die Inhaberin, dass die Künstlervereinigung Kolonie Wedding die Kakadu-Küche an einem Abend im Monat nutzen wird. Die Kolonie feierte so bereits ihr 15-jähriges Bestehen im Juni unter anderem auch in der Soldiner Straße 13. Die nächsten Termine für die Themenabende im Kakadu stehen auf der Webseite. Dort kann auch ein Newsletter abonniert werden, der Interessenten auf dem Laufenden hält.

Kakadu – Wedding Community Kitchen, Soldiner Straße 13,  Samstag und Sonntag: 9 Uhr bis 24 Uhr geöffnet, zusätzlich Sonderöffnung laut Programm, Kontakt per E-Mail unter kakaduberlin@gmail.com, Internet: www.kakadu.berlin-basement.de

Text und Foto: Andrei Schnell

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