Zu Besuch bei denen da oben

Vereinschef Horst Schmiele (2.v.r.) und Maren Wegener stehen zusammen mit Ralf Wieland (2.v.l). Auf dem Tisch steht die Spendendose. Foto: MHM

Vereinschef Horst Schmiele (2.v.r.) und Maren Wegener stehen zusammen mit Ralf Wieland (2.v.l). Auf dem Tisch steht die Spendendose. Foto: MHM

Im Abgeordetenhaus wurden bei einer Geburtstagsfeier Spenden für den Verein Menschen helfen Menschen in und um Berlin e.V. gesammelt. Maren Wegener berichtete auf den beiden für den Verein reservierten Soldiner-Seiten von diesem Besuch. Jetzt kann der Beitrag auch online gelesen werden.

Wir leben in einer Zeit, in der an vielen Orten auf der Welt Krieg herrscht. In einer Welt, in der Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. In einer Welt, in der wir Facebook und Twitter oft mehr glauben als den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanälen. Viele Menschen fragen sich, wieso das so ist. Sie fühlen sich nicht gehört und missverstanden, vor allem von „denen da oben“. Die da oben, das sind die Politiker, die uns hier unten oft nichts mehr erklären und scheinbar regieren, wie es ihnen gefällt – ohne sich um uns zu kümmern. Die da oben habe ich im Dezember einmal kennengelernt.

Roter Teppich und hohe Säle im Abgeordnetenhaus. Foto: Wegener

Roter Teppich und hohe Säle im Abgeordnetenhaus. Foto: Wegener

Im Rahmen meiner Arbeit für den Verein Menschen helfen Menschen in und um Berlin e.V. habe ich meinen Chef Horst Schmiele zur offiziellen Geburtstagsfeier des Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, begleitet. Über die Jahre hatte dieser als Weddinger SPD-Politiker und Freund meines Chefs bereits Interesse für unseren Verein gezeigt und war auch mehrfach Schirmherr unserer jährlichen Einschulungsaktionen.

Ich wusste nicht unbedingt, wie ich mir eine solche Veranstaltung vorstellen sollte. Ich war bis vor kurzem noch Politikstudentin. Und trotzdem: Wenn man das Berliner Abgeordnetenhaus betritt, ist man als junger, unerfahrener Mensch doch trotzdem erstmal ziemlich beeindruckt von den hohen Sälen, den weiten Treppen, dem roten Teppich und den riesigen Empfangshallen. Ich war jedenfalls ein wenig eingeschüchtert und sehr bedacht darauf, mich so anständig und seriös wie möglich zu verhalten. Mein Chef hingegen war wie immer die Ruhe in Person.

Die Feier fand in einem der kleineren Säle statt. Nach einem kurzen Sektempfang hielt Ralf Wieland eine kleine Ansprache. Zu seinem Geburtstag gab er nun offiziell bekannt, sich statt persönlichen Geschenken lieber Geldspenden für unseren Verein zu wünschen. Eine schöne Geste, wie ich fand. Ein großes rotes Sparschwein war bereits für uns aufgestellt worden, um Spenden zu sammeln. Herr Wieland sprach sehr freundlich über uns und unseren Arbeitsalltag. Nach einer kurzen Danksagung wurde das Buffet eröffnet: Es gab optisch elegant gestaltete Häppchen, aber auch die obligatorischen Berliner Bouletten mit Senf und Brötchen. Die Stimmung im Raum war sehr freundlich, fast familiär. Viele langjährige Arbeitskollegen und Freunde gratulierten ihm, überreichten selbstgebastelte Geschenke und erzählten Geschichten aus alten Zeiten.

Geburtstagsempfang im Abgeordnetenhaus. Ralf Wieland hält eine Ansprache. Foto: Wegener

Geburtstagsempfang im Abgeordnetenhaus. Ralf Wieland hält eine Ansprache. Foto: Wegener

Erneut war ich eher vorsichtig, mich in Gespräche zu mischen und gab mir Mühe, so professionell wie nur möglich zu wirken. Horst unterhielt sich währenddessen mit allen so locker wie mit Freunden und Bekannten im Büro. Diverse Gäste kamen auf uns zu, fragten nach unseren aktuellen Programmen und Problemen. Mein Chef antwortete nur zu gern und hängte für jeden, der es hören wollte, noch eine Anekdote zum Verein mit hinten an. Viele gingen auf dem Rückweg an unserer Spardose vorbei. Eva Högl, Mitglied des Bundestages, spendete in den darauffolgenden Tagen allein 500 Euro, insgesamt kam über das Dreifache zusammen.

Als wir am Nachmittag das Abgeordnetenhaus verließen, dachte ich darüber nach, was man über „die da oben“ im Moment so alles sagt. Ganz sicher kann man von zwei Stunden auf einem Politikergeburtstag nicht auf die aktuelle politische Lage für die Gesellschaft schließen. Trotzdem muss ich sagen, dass mein Eindruck nicht dem entspricht, was alle sagen. Die da oben haben uns zugehört, sie haben nachgefragt und uns geholfen – und das in diesen Zeiten und in dieser Welt.

Kontakt

Menschen helfen Menschen in und um Berlin e.V.
Wollankstraße 58-60, 13359 Berlin
Telefon: (030) 35 12 39 10 Fax: (030) 62 20 34 32
E-Mail: buero@mhm-berlin.de
Internet: http://www.mhm-berlin.de

Spendenkonto: Berliner Sparkasse, IBAN:
DE44 1005 0000 6603 0013 04 BIC: BELADEBEXXX

Text: Maren Wegener, Foto: Menschen helfen Menschen in Berlin und Umgebung e.V.

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