Stimmen zum Abschied des Soldiner

Simone Lindow sandte zum Abschied einen Gruße aus London.

Die 16. Ausgabe des Kiezmagazins ist vorerst die letzte, denn die Förderung endete im Dezember. Einige Redaktionsmitglieder und Kooperationspartner und erzählten in der letzten Ausgabe des Soldiner, was sie am Kiezmagazin mochten und was sie vermissen werden.

Lena Reich: Mir hat die Idee einer Bürgerredaktion schon immer sehr gefallen. Doch war es die Entwicklung des Soldiners, die ich mit Interesse beobachtet habe –von dem eher themenübersteuertem „Kultur von oben“-Blatt zur Frage, was die Anwohner tatsächlich bewegt und so zu wirklich tollen Beiträgen von Menschen, die sonst nicht öffentlich und direkt zu Wort gekommen wären. Mit meinen Texten und Interviews habe ich das ganz besondere Identitätsempfinden der Anwohner kennengelernt.

Sulamith Sallmann: Mir hat am Soldiner sehr gut gefallen, dass ich durch ihn die Möglichkeit hatte, mit meinen Fotobeiträgen Menschen aus dem Viertel auf versteckte Ecken aufmerksam und neugierig zu machen. Außerdem sind die Magazine auch irgendwann ein historisches Kaleidoskop des Kiezes.

 Ruth Ditschkowski (NachbarschaftsEtage des Fabrik Osloer Straße e.V.): Ich finde es persönlich sehr schade, dass es den Soldiner im nächsten Jahr nicht mehr geben soll! Besonders für unser Café in der NachbarschaftsEtage war die Anwesenheit der Kiezreporterin eine Bereicherung. Wöchentlich kamen neue Leute, die was fragten, was schreiben wollten oder einfach mit Dominique einen Kaffee trinken wollten. Danke an Dich für die kreative Zeit. Und vielleicht gibt es doch noch Mittel und Wege, um weiter zu machen.

Horst Schmiele (Menschen helfen Menschen in und um Berlin e.V.): Schade um unseren Soldiner. Wäre natürlich super, wenn es irgendwie weitergehen würde. Unser Kiezblättchen hatte für uns immer zwei Seiten über, was wir natürlich immer gerne genutzt haben. So konnten wir auch unsere Kiezbewohner ohne Internet immer erreichen und über unsere Arbeit im Kiez berichten. Danke für die gute Koorperation!

Jutta Gruber: Durch den Soldiner habe ich eine Menge sympathischer und engagierter Leute kennengelernt. Mit einigen haben sich gemeinsame Projekte entwickelt. Danke Soldiner! Es hat viel Spaß gemacht.

Simone Lindow: Ich bin seit der zweiten Ausgabe des Soldiners dabei. Mittlerweile ist eine stolze Sammlung an Heften zusammengekommen: Die vielen bunten Ausgaben zeigen, wie gern und intensiv sich die Bürgerredaktion mit ihrem Kiez befasst, und auch die Arbeit, die in jedem Heft, jedem Text steckt. Ich bin stolz, dass ich Teil des Soldiner war, auch wenn ich mich ein wenig reingemogelt habe. Denn ich habe in der gesamten Zeit entweder in Reinickendorf oder London gelebt. Aber jede gedruckte Ausgabe hat schließlich ihren Weg zu mir gefunden. Lieben Dank, Dominique! Und: Man sieht sich immer zweimal!

Alexandra Resch: Ich habe angefangen, für den Soldiner zu schreiben, als meine Masterarbeit den Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen hat. Die Arbeit in der Kiezredaktion war für mich nicht nur willkommene Abwechslung, sondern auch Gelegenheit, rauszugehen und meine Nachbarschaft aus ganz neuen Blickwinkeln zu entdecken. Es ist ein ziemlich gutes Gefühl, bei einem Poetry Slam im Kamine und Wein als die „Frau von der lokalsten aller Lokalpressen“ vorgestellt zu werden. Ich konnte verborgene Kiezschätze wie den Ballsaal in der Wriezener Straße erkunden und habe viele spannende Menschen kennengelernt. Das hat sich auch für meine Karriere gelohnt: Über den Soldiner habe ich meinen ersten Vollzeit-Job als Redakteurin gefunden.

Joachim Faust: Der Soldiner hat es mir ermöglicht, in Kontakt mit meinem früheren Wohnkiez zu bleiben, die Bezüge aufrechtzuerhalten. Dieses ganz besondere Dorf mitten in der Großstadt ist einen zweiten Blick wert, den der Soldiner immer wieder neu gewagt hat.

Tilo Kempfer (ehemals panke.info): Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dem mobilen Schreibtisch. Danke für viele gemeinsame Schreibtisch-Termine! Ich habe Dominique Hensel gerne begleitet und mich auf den Donnerstag gefreut, an dem die Vorort-Sprechstunde stattgefunden hat. Die Zusammenarbeit zwischen panke.info und dem mobilen Schreibtisch war sehr erfrischend. Es war schön, Aktionen im Kiez zu begleiten und dabei zu unterstützen. Beim Schreibtisch haben wir Kontakte geknüpft, nette Leute kennengelernt und ergebnisreich über die Nachbarschaft diskutiert.

Susanne Bürger (KiezSportLotsin): Ich werde den Soldiner vermissen! Auch durch die veröffentlichten Texte zu Sport und Bewegung wurde ich oft als KiezSportLotsin erkannt. Mein Artikel über Calisthenics „Ästhetischer Kraftsport“ wurde sogar gelobt: „Jetzt weiß ich endlich, was das ist!“ Das Kiezmagazin wird mit großer Aufmerksamkeit gelesen, viele finden die Aufmachung hochwertig und schön. Verrückt, dass der Soldiner keine Zukunft mehr haben soll.

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