Lesepaten gesucht!

Damit die Roma-Kinder besser lesen und schreiben lernen können, werden vom Verein Mingru Jipen Förderangebote organisiert. Jetzt werden Lesepaten gesucht.

Der Verein Mingru Jipen bietet Roma-Kindern im Kiez eine Nachmittagsbetreuung an. Jetzt werden dafür Helfer gesucht. Der Text aus dem gedruckten Soldiner – jetzt auch online.

Seit 2016 bietet der Berliner Verein Mingru Jipen Nachmittagsbetreuung für Romanes sprechende Kinder aus dem Soldiner Kiez an. Während in den Sommermonaten für das vom Quartiersmanagement Soldiner Straße geförderte Projekt der Gemeindegarten der Stephanuskirche geöffnet wurde, findet die Betreuung seit November in den Räumen der Kirche statt. Daher sind alle Anwohner, Nachbarn, Vereine, Künstler und Musiker aus dem Kiez eingeladen, dort vorbeizuschauen.

Wer Lust hat, etwas mit den Kindern auf die Beine zu stellen, zum Beispiel basteln, backen, kochen, spielen, malen, turnen, tanzen, musizieren, ist aufgerufen, sich einzubringen. Auch bestehende Projekte, an denen sich die Kinder beteiligen können, werden gesucht. Dringend und ganz besonders werden jedoch derzeit Lesepaten gesucht. Viele der Kinder sprechen schlecht Deutsch, haben keine Hortbetreuung und würden sich freuen, Unterstützung beim Lesen und bei den Hausaufgaben zu bekommen. Die Lesepaten können sich dann entweder auf einzelne Kindern konzentrieren oder einer kleinen Gruppe vorlesen.  Bücher sind vor handen, können aber auch mitgebracht werden.

In Europa leben acht bis zehn Millionen Roma. Sie bilden die größte Minderheit in Europa, wie eine Studie der Technischen Universität Berlin im Auftrag des Kinderhilfswerkes UNICEF im Jahr 2007 schreibt. In Deutschland wird die Zahl der Roma auf 100.000 bis 200.000 geschätzt. In Berlin leben gegenwärtig mehr als 40.000 Sinti und Roma. Sie sind Angehörige eines weltweit verstreuten Volkes, das seit Jahrhunderten sein Dasein im Schatten der jeweils vorherrschenden Mehrheitskultur führt. Dabei sind die Sinti und Roma oft Verfolgung, Demütigung und Ausgrenzung ausgesetzt gewesen. Ihre Situation hat sich in vielen Ländern bis heute nicht wesentlich verbessert. Sie leiden vielerorts unter rassisitischen Einstellungen. In ihren Heimatländern ist die wirtschaftliche Situation für viele aber so ausweglos, dass sie sie schließlich verließen.

Wer Interesse hat, mit den im Soldiner Kiez lebenden Sinti und Roma in Kontakt zu treten, kann sich per E-Mail unter kontakt@mingru-jipen.com an den Verein Mingru Jipen wenden oder zu den Betreuungszeiten vorbeikommen. Die Betreuung für Kinder bis zwölf Jahre findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 15 und 18 Uhr im Franckezimmer im Gemeindehaus der Stephanuskirche in der Prinzenallee statt.

Weitere Informationen über die Situation der Roma-Kinder sind auf der Seite des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen (UNICEF) zu finden: http://bit.ly/2AajHgf. Weiteres über den Verein Mingru Jipen steht im Internet unter www.mingru-jipen.com.

Text und Foto: Lena Reich
Erschienen im Soldiner, Ausgabe Dezember 2017

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