Ein einfacher Abschied

staubig und fahl
ein vergessenes Stück Weg
ging sich selbst bis
ans Ende der Sackgasse

und der Schulterblick
zurück in vergangene
Herzblutmomente
liegt vergilbt
unter der unangetasteten Anständigkeit

das Auge ist trocken geblieben
dankbar für die Dramaturgie
geklaut aus einem
echten Leben
ich habe meinem neuen Weg
noch nie einen Abschiedskuss
geben müssen

denn meist grüßt mich
das Winken aus der Ferne
an einem anderen Tag
oder auch in der Nacht
wenn mir der Mond
mal wieder
auf den Kopf fällt

Das Gedicht von  Christiane Scherch aus dem Soldiner Kiez wurde zuerst im gedruckten Soldiner, Ausgabe Dezember 2017, veröffentlicht. Das Foto stammt ebenfalls von der Kiezlyrikerin. Mehr Gedichte aus dem Soldiner Kiez gibt es im Internet unter www.christiane-scherch.de.

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